Das Schreiben war kaum geöffnet,
da wusste Bareti bereits, dass sie der Bitte nachkommen würde.
Das Blackrocksyndikat war ihr schließlich nicht unbekannt. Mehrfach hatte sie bereits mit zahlreichen Mitgliedern und der Leitung zu tun gehabt und ihre Erfahrungen waren durchweg angenehm gewesen. Höfliche Menschen, dabei ausgesprochen strebsam und mit Zielen, die man wohl guten Gewissens als ambitioniert bezeichnen konnte.
Entsprechend las sie Shezars Schreiben nicht mit dem Misstrauen, das manche Anfragen bei ihr hervorriefen, sondern mit wachsendem Interesse.
Mindestens zehn Personen, Bareti hob leicht eine Braue.
Bei dieser Größe und vor allem bei dem Anlass kam für sie eigentlich nur eine geschlossene Gesellschaft infrage. Das Syndikat sollte seinen Abend schließlich verbringen können, ohne dass ständig fremde Gäste zwischen den Tischen hindurchliefen, neugierige Ohren mithörten oder irgendein Betrunkener beschloss, sich ungefragt dazuzusetzen.
Der gewöhnliche Betrieb würde für diesen Abend also wohl warten müssen.
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Wobei ...
Bareti ließ das Schreiben ein Stück sinken und ihr Blick wanderte durch die Taverne. Ganz so einfach musste sie es sich vielleicht gar nicht machen.
Die neue Theke im Eingangsbereich hatte sie schließlich nicht ohne Grund ergänzen lassen. Wenn der Hauptraum vollständig dem Syndikat vorbehalten blieb, konnte sie den gewöhnlichen Gästen noch immer einen deutlich eingeschränkten Ausschank anbieten. Ein Krug Bier, ein Glas Wein und vielleicht einige einfache Speisen ließen sich auch dort ausgeben, ohne dass jemand den reservierten Bereich betreten musste.
Damit wäre das Syndikat tatsächlich unter sich und die Taverne müsste trotzdem nicht vollständig schließen.
Bareti nickte langsam, das ließ sich machen.
Das größere Problem lag an anderer Stelle. Zehn Gäste waren nicht viel. Zehn Gäste, die ausdrücklich großzügig bewirtet werden sollten, während nebenher noch ein zweiter Bereich versorgt werden musste, waren dagegen etwas völlig anderes.
Eine zweite Bedienung würde notwendig werden.
Ihr erster Gedanke galt natürlich Nicoletta, doch genau daraus wurde leider nichts mehr werden. Bareti verzog kurz den Mund und legte das Schreiben auf den Tresen.
Nun gut, dafür würde sich ebenfalls eine Lösung finden.
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Schließlich zog Bareti einen frischen Bogen Pergament heran.
Die organisatorischen Einzelheiten würden sich klären lassen. Wichtig war zunächst, Shezar eine Antwort zukommen zu lassen. Sie tauchte die Feder ein und begann zu schreiben.
Werter Shezar,
selbstverständlich lässt sich dies einrichten.
Für Euch und die Mitglieder des Blackrocksyndikats werde ich den Hauptraum der Taverne an diesem Abend vollständig reservieren, sodass Ihr ungestört unter Euch bleiben könnt.
Für ausreichend Speis und Trank wird selbstverständlich gesorgt sein und Eurem ausdrücklichen Wunsch, dabei nicht allzu sparsam vorzugehen, werde ich nur zu gerne nachkommen.
Um die übrigen Gäste werde ich mich anderweitig kümmern. Ihr müsst Euch entsprechend weder um angrenzende Tische noch um unerwünschte Gesellschaft Gedanken machen.
Ich freue mich darauf, Euch und Eure Gesellschaft erneut in der Taverne begrüßen zu dürfen.
Bareti, Wirtin Der Taverne
Sie setzte die Feder ab und las ihre Antwort noch einmal. Dann fiel ihr Blick erneut auf die Passage in Shezars Schreiben, in der sämtliche Kosten des Abends dem Blackrocksyndikat zugeschrieben wurden. Ein kleines Lächeln erschien auf ihren Lippen.
„Aber sehr gerne.“