Das Erbe des schwarzen Siegels
Minoc war eine Stadt, in der das Schlagen der Hämmer und die Rufe der Händler seit jeher zum Alltag gehörten. Die gewaltigen Minen in unmittelbarer Nähe hatten die Stadt über Generationen hinweg mit Erzen, Edelmetallen und seltenen Gesteinen versorgt. Was tief unter der Erde gewonnen wurde, fand seinen Weg in die zahlreichen Schmieden und Werkstätten, wo geschickte Hände daraus Werkzeuge, Waffen, Beschläge und allerlei andere Waren fertigten. Doch es waren nicht allein die Minen, denen Minoc seinen Wohlstand verdankte. Der direkte Zugang zum Meer hatte aus der einstigen Bergbaustadt eine florierende Handelsstadt gemacht. Schiffe aus nahen und fernen Häfen liefen beinahe täglich ein, brachten Stoffe, Getreide, Gewürze und fremdländische Waren und verließen die Stadt wenig später mit den Erzeugnissen der Minen und Werkstätten tief in ihren Laderäumen.
Händler, Handwerker, Fuhrleute und Seeleute bestimmten das Bild der Straßen. In den Tavernen wurden Geschäfte bei einem Krug Bier besiegelt, auf den Märkten wechselten Waren und Münzen unaufhörlich ihre Besitzer und in den Kontoren wurden Verträge geschlossen, deren Wert so manches kleines Vermögen überstieg. Wer etwas herstellen, verkaufen oder erwerben wollte, fand früher oder später seinen Weg nach Minoc.
In dieser Stadt wurde Marek Velmont geboren.
Sein Vater Boris war ein Mann, der sich seinen Wohlstand mit den eigenen Händen erarbeitet hatte. Als großmeisterlicher Handwerker hatte er zunächst eine kleine Werkstatt geführt, doch sein Geschick beschränkte sich nicht allein auf sein Handwerk. Boris verstand es ebenso gut, Geschäfte abzuschließen, Kontakte zu knüpfen und zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein. Aus der kleinen Werkstatt war über die Jahre das Handelshaus Velmont entstanden, dessen Name schließlich weit über die Grenzen Minocs hinaus bekannt war. Boris unterhielt Verbindungen zu Minenbesitzern, Handwerkern, Kaufleuten und Schiffseignern und hatte es auf diese Weise zu beachtlichem Wohlstand und Ansehen gebracht.

Mareks Mutter entstammte dagegen einer gänzlich anderen Welt. Sie war eine Magierin des zweiten Ranges und betrieb in Minoc einen kleinen Laden für Alchemie und Schreibwaren. Zwischen Phiolen, Schriftrollen, Tintenfässern und dem allgegenwärtigen Geruch getrockneter Kräuter verbrachte Marek einen nicht unerheblichen Teil seiner Kindheit. Von ihr hatte er zweifellos seinen scharfen Verstand geerbt, auch wenn ihre Versuche, in ihm eine Begeisterung für Bücher und die höheren Künste zu wecken, wenig Erfolg hatten. Marek konnte lesen und schreiben und verstand durchaus den Wert von Wissen, doch stundenlang über staubigen Büchern zu sitzen, war ihm schon als Junge zuwider.
Er arbeitete lieber mit seinen Händen.
In der Werkstatt seines Vaters fühlte er sich zuhause. Dort konnte er Holz bearbeiten, Metall formen, Waren prüfen oder beim Verladen der schweren Kisten helfen. Schon früh zeigte sich, dass er nicht nur das handwerkliche Geschick seines Vaters geerbt hatte. Marek besaß außerdem ein bemerkenswertes Talent für Verhandlungen. Er entwickelte ein beinahe instinktives Gespür dafür, wie viel ein Kunde tatsächlich bereit war zu zahlen oder wann ein Händler lediglich bluffte. Ein kurzes Zögern, ein unruhiger Blick auf eine bestimmte Ware oder die kaum wahrnehmbare Veränderung einer Miene reichten ihm oftmals aus, um zu erkennen, wie weit er sein Gegenüber treiben konnte.
Boris erkannte das Talent seines Sohnes früh und begann, ihn zunehmend in seine Geschäfte einzubeziehen. Aus einfachen Botengängen wurden Besuche bei Lieferanten. Aus dem Prüfen eingehender Waren wurden eigene Verhandlungen. Schließlich begleitete Marek seinen Vater zu größeren Geschäftsabschlüssen und führte manche davon bereits selbst. Je älter Boris wurde, desto mehr Verantwortung ging auf seinen Sohn über.
Doch schon lange bevor Marek die Geschäfte seines Vaters verstand, war ihm etwas anderes aufgefallen. Es waren die Männer mit den schwarzen Ringen. Sie kamen nicht regelmäßig. Manchmal lagen Wochen, manchmal Monate zwischen ihren Besuchen. Es waren auch nicht immer dieselben Männer. Manche erschienen wie wohlhabende Kaufleute, andere wirkten eher wie Reisende, Söldner oder Männer, deren eigentlicher Beruf sich nur schwer erraten ließ. Doch eines hatten sie gemeinsam. An ihren Händen trugen sie dunkle Siegelringe.
Marek hatte einen davon einmal aus der Nähe genug gesehen, um das Gestein zu erkennen. Zumindest glaubte er es.
Blackrock.
Wenn diese Männer kamen, führte Boris sie nicht in die Werkstatt oder in einen der gewöhnlichen Geschäftsräume. Sie verschwanden mit ihm in seiner Schreibstube und die Tür wurde geschlossen. Manchmal dauerten die Gespräche nur wenige Augenblicke, manchmal mehrere Stunden. Nach manchen dieser Besuche war Boris besonders geschäftig. Briefe wurden geschrieben, Warenlisten geändert oder plötzlich Lieferungen vorbereitet, von denen Marek zuvor nichts gewusst hatte. Natürlich hatte er seinen Vater danach gefragt.
„Geschäftspartner“, hatte Boris stets geantwortet.
Fragte Marek weiter, wechselte sein Vater das Thema. Mit den Jahren lernte Marek, nicht mehr nachzufragen. Er vermutete, dass sein Vater Geschäfte betrieb, die seinen Sohn nichts angingen. Dass jene Männer Diplomaten und Handelsvertreter des Blackrocksyndikats waren, ahnte er damals noch nicht.
Dann wurde Boris krank.
Was zunächst wie ein gewöhnliches Fieber erschien, erwies sich bald als etwas weitaus Ernsteres. Innerhalb weniger Wochen verlor der kräftige Mann, den Marek sein gesamtes Leben lang kaum einen Tag untätig erlebt hatte, beinahe seine gesamte Kraft. Heiler wurden gerufen, Tränke gebraut und selbst Mareks Mutter versuchte mit all ihrem Wissen, den Verlauf der Krankheit aufzuhalten. Es half nichts.
Boris Velmont starb. Viel zu früh.
Marek blieb kaum Zeit, den Verlust seines Vaters zu begreifen. Das Handelshaus bestand weiter, auch wenn sein Besitzer zu Grabe getragen worden war. Arbeiter erwarteten ihren Lohn, Kunden ihre Waren und Händler die Erfüllung geschlossener Verträge. So übernahm Marek die Geschäfte seines Vaters endgültig und stürzte sich in die Arbeit. Einige Tage nach Boris' Tod kehrte Marek erst spät am Abend von den Lagerhäusern am Hafen zurück. Ein Handelsschiff sollte am folgenden Morgen auslaufen und zwölf Kisten mit Werkzeugen mussten noch in die Frachtlisten eingetragen werden. Eine erwartete Eisenlieferung aus den Minen war ausgeblieben, zwei Rechnungen waren überfällig und ein Händler aus Britain wartete auf die Bestätigung einer größeren Bestellung. Eigentlich wollte Marek nur noch schlafen, doch die Schriftstücke würden sich bis zum Morgen nicht von selbst erledigen.
Also führte ihn sein Weg noch einmal in die Schreibstube seines Vaters. Seine Schreibstube, erinnerte Marek sich. Als er die Tür öffnete, blieb er abrupt stehen. Jemand saß an seinem Schreibtisch. Das Feuer im Kamin war beinahe vollständig heruntergebrannt. Nur vereinzelte Glutstücke warfen noch ein schwaches rötliches Licht in den Raum, während durch das Fenster der fahle Schein des Mondes fiel. Darin zeichnete sich die Gestalt eines Mannes ab.
Er war hochgewachsen und schlank. Langes weißes Haar hob sich deutlich von seiner dunklen Kleidung ab. Er saß vollkommen ruhig im Halbdunkel, als wäre es sein eigenes Arbeitszimmer und Marek lediglich der verspätete Besucher. Seine Kleidung war hochwertig, jedoch frei von unnötigem Prunk. Selbst im Sitzen ging von ihm etwas aus, das Marek schon früher beunruhigt hatte. Es war keine offensichtliche Bedrohung. Vielmehr war es diese vollkommene Ruhe, diese Selbstverständlichkeit, mit der der Fremde dort saß.
Dann erkannte Marek ihn. Er hatte diesen Mann schon mehrfach bei seinem Vater gesehen. Und an seiner Hand befand sich einer jener schwarzen Siegelringe.
„Marek Velmont.“
Die Stimme des Mannes war ruhig und gebildet. Nicht besonders laut, und dennoch besaß sie eine unangenehme Selbstverständlichkeit, die keinen Zweifel daran ließ, wer dieses Gespräch führen würde.
Marek schloss langsam die Tür hinter sich.
„Ihr seid einer von ihnen.“
Ein schwaches Lächeln erschien auf den Lippen des Fremden.
Er erhob sich. Im Licht des Mondes konnte Marek sein schmales Gesicht nun deutlicher erkennen. Das ungewöhnlich helle Haar fiel ihm über die Schultern, während seine Bewegungen ebenso kontrolliert wirkten wie seine Stimme. Nichts an diesem Mann schien zufällig zu sein.
„Mein Name ist Shezar.“
Marek kannte diesen Namen. Er hatte ihn schon gehört, meist in Gesprächen, die leiser wurden, sobald Außenstehende in die Nähe kamen.
Shezar deutete auf den Stuhl auf der anderen Seite des Schreibtisches.
„Setzt Euch.“
Marek blieb stehen.
„Ihr dringt ungefragt in mein Haus ein, sitzt an meinem Schreibtisch und erwartet nun, dass ich mich setze?“
Für einen Augenblick herrschte vollkommene Stille.
Marek wusste selbst nicht recht, weshalb, doch schließlich nahm er Platz.
Shezar setzte sich ihm gegenüber.

„Euer Vater und ich kannten uns lange.“
„Als Geschäftspartner?“
„Unter anderem.“
Shezar legte die Hände vor sich auf den Tisch. Der schwarze Stein seines Siegelrings fing einen schwachen Streifen des Mondlichts ein.
„Euer Vater gehörte dem Blackrocksyndikat an.“
Marek starrte ihn an.
„Nein.“
„Doch.“
„Mein Vater war Handwerker.“
„Das war er.“
Mareks Blick verengte sich.
„Mein Vater war kein Verbrecher.“
Shezar lachte nicht einmal.
„Dann habt Ihr offenbar eine sehr einfache Vorstellung davon, was das Blackrocksyndikat ist.“
Marek schwieg.
Natürlich kannte er die Geschichten. Jeder Händler kannte sie. Das Blackrocksyndikat war ein Name, der seit Jahren in Kontoren, Handelshäusern und den Hinterzimmern mancher Tavernen geflüstert wurde. Einige bezeichneten es lediglich als einen außergewöhnlich gut organisierten Zusammenschluss einflussreicher Kaufleute und Handwerker. Andere behaupteten, seine Handelsverbindungen reichten bis in nahezu jede bedeutende Stadt und weit darüber hinaus. Man erzählte von Diplomaten, Händlern und Vermittlern, die Geschäfte ermöglichten, an denen andere gescheitert waren. Von Waren, die beschafft wurden, obwohl sie angeblich nirgendwo erhältlich waren. Von Informationen, die ihren Besitzer ebenso wechselten wie Gold und Handelsgüter. Doch es gab auch andere Geschichten. Geschichten von Geschäften, die niemals in einem öffentlichen Handelsbuch erschienen. Von Agenten, deren Namen niemand kannte. Von Männern und Frauen, die scheinbar nichts miteinander verband, bis auf einen schwarzen Ring. Manche behaupteten sogar, das Syndikat könne mit Gold, Gefälligkeiten und Informationen mehr erreichen als andere mit ganzen Armeen.
Wo die Wahrheit endete und die Legende begann, wusste Marek nicht. Vielleicht war gerade das die größte Stärke des Syndikats.
„Euer Vater war einer von uns“, sagte Shezar schließlich. „Und ein ausgesprochen verlässlicher noch dazu.“
Marek schüttelte den Kopf. „Das hätte er mir gesagt.“
Shezars Blick wanderte an Marek vorbei in eine Ecke des Raumes.
Marek folgte seinem Blick.
Dort stand eine alte Truhe seines Vaters. Sie war stets verschlossen gewesen. Marek hatte sie schon als Kind gekannt und mehr als einmal versucht herauszufinden, was sich darin befand. Nach dem Tod seines Vaters hatte er sie inmitten all der Arbeit beinahe vergessen.
Shezar hob eine Hand.
Es war kaum mehr als eine beiläufige Bewegung seiner Finger.
Ein metallisches Klicken durchbrach die Stille.
Das Schloss sprang auf.
Marek fuhr herum.
Langsam hob sich der Deckel der Truhe.
Shezar bewegte erneut die Hand und etwas Dunkles erhob sich aus ihrem Inneren. Ein kleiner schwarzer Samtbeutel schwebte durch den Raum, getragen von einer unsichtbaren Kraft, ehe er sich auf dem Schreibtisch zwischen den beiden Männern niederließ.
Shezar deutete darauf.
„Öffnet ihn.“
Marek zögerte einen Augenblick, bevor er danach griff. Etwas Schweres befand sich darin. Er öffnete den Beutel und ließ den Inhalt auf seine Handfläche gleiten.
Es war ein Siegelring.
Schwarzer Stein, eingefasst in dunkles Metall. Auf seiner Oberseite befand sich das Zeichen des Blackrocksyndikats, darin ein goldener Buchstabe.
B.
Marek drehte den Ring langsam zwischen seinen Fingern.
Dann entdeckte er die Gravur auf der Innenseite.
Boris Velmont.
Lange sagte er nichts.
Plötzlich ergaben die verschlossenen Türen einen Sinn. Die fremden Männer. Die Gespräche, über die sein Vater niemals hatte sprechen wollen. Die ungewöhnlichen Aufträge. Lieferungen, deren Bestimmungsorte Marek nie verstanden hatte. Geschäftspartner aus Städten, in denen das Handelshaus Velmont offiziell überhaupt keine Verbindungen unterhielt.
Marek hob schließlich den Blick.
„Warum zeigt Ihr mir das?“
Shezar lehnte sich zurück.
„Weil dieser Ring nun Euch gehört.“
Marek betrachtete das schwarze Siegel in seiner Hand. Er verstand sehr wohl, was diese Worte bedeuteten. Dies war kein Erbstück, das man in einer Schublade verwahrte und gelegentlich hervorholte, um sich an seinen Vater zu erinnern. Wer diesen Ring trug, bekannte sich zum Blackrocksyndikat. Er erhielt Zugang zu einem Netzwerk aus Händlern, Handwerkern, Diplomaten und Kontakten, dessen tatsächliche Ausmaße Marek nicht einmal erahnen konnte. Türen würden sich öffnen, die gewöhnlichen Kaufleuten verschlossen blieben. Ressourcen würden ihm zur Verfügung stehen, von denen selbst das Handelshaus Velmont nur träumen konnte. Doch nichts davon war umsonst. Der Ring bedeutete Loyalität. Er bedeutete Verpflichtung.
Doch Marek dachte nicht lange darüber nach. Langsam schob er den Ring über seinen Finger. Shezar beobachtete ihn dabei schweigend. Als der schwarze Stein schließlich an Mareks Hand ruhte, erschien ein zufriedenes Lächeln auf Shezars Gesicht.
„Gut.“
Marek betrachtete den Ring noch einen Moment, bevor er aufsah.
„Und was nun?“
Shezar erhob sich und trat an das Fenster. Draußen lag Minoc im nächtlichen Dunkel. In der Ferne waren die Lichter des Hafens zu erkennen, während irgendwo draußen auf dem Meer die Laternen eines spät einlaufenden Schiffes durch die Nacht glitten.
„Düsterhafen.“
Marek runzelte die Stirn.
Shezar wandte sich zu ihm um.
„Ich möchte, dass Ihr dorthin geht.“
„Weshalb?“
„Weil das Syndikat dort jemanden braucht.“
Shezar trat wieder näher an den Schreibtisch.
„Ihr werdet dort als Handelsvertreter des Blackrocksyndikats auftreten. Findet ein geeignetes Gebäude und errichtet eine Außenstelle. Knüpft Kontakte zu den örtlichen Händlern und Handwerkern. Findet heraus, welche Waren dort benötigt werden und was sich von dort gewinnbringend weiterhandeln lässt. Sorgt dafür, dass man unseren Namen kennt.“
Marek ließ diese Worte einen Moment auf sich wirken.
„Und womit soll ich das alles bezahlen?“
Shezars Mundwinkel hoben sich leicht.
„Mit allem, was Ihr benötigt.“
Marek sah ihn fragend an.
„Gold. Waren. Schiffe. Handwerker. Kontakte. Personal.“ Shezar machte eine kurze Pause. „Von diesem Augenblick an könnt Ihr für diese Aufgabe auf die Ressourcen des Syndikats zurückgreifen.“
Noch am Morgen hatte Mareks größte Sorge aus zwölf Kisten Werkzeug, einer verspäteten Eisenlieferung und einigen unbezahlten Rechnungen bestanden. Nun sollte er nach Düsterhafen reisen und dort eine Niederlassung für eine Organisation errichten, über die er bis vor wenigen Augenblicken kaum mehr als Geschichten und Gerüchte gekannt hatte.
Sein Blick fiel auf den schwarzen Ring an seiner Hand.
Den Ring seines Vaters.
Nein.
Nicht mehr.
Seinen Ring.
Marek schloss langsam die Hand darum.
Dann nickte er.
„Wann soll ich aufbrechen?“
Shezar lächelte.
„Bald.“
Mehr sagte er nicht.
Marek wandte sich für einen Augenblick dem Fenster zu. Sein Blick glitt über die Lichter Minocs, über die Stadt, in der er geboren worden war und von der er bis zu diesem Abend geglaubt hatte, sie würde auch den Rest seines Lebens bestimmen.
Als er sich wieder umdrehte, war der Platz auf der anderen Seite des Schreibtisches leer.
Shezar war verschwunden.
Marek blieb allein zurück.
Vor ihm lagen noch immer die Frachtlisten, Bestellungen und Rechnungen des Handelshauses Velmont. Dieselben Schriftstücke, die ihm noch vor einer Stunde so wichtig erschienen waren.
Nun wirkten sie beinahe bedeutungslos.
Er betrachtete den schwarzen Siegelring an seiner Hand.
Sein Vater hatte ihm ein Handelshaus hinterlassen.
Doch sein eigentliches Erbe hatte all die Jahre verborgen in einer verschlossenen Truhe gelegen.
Und dieses Erbe würde ihn nun nach Düsterhafen führen.