Liebe Spielerschaft,
die vergangenen Wochen und Monate waren für Schattenwelt eine intensive und herausfordernde Phase – für euch ebenso wie für uns als Staff. Wir möchten uns daher heute mit einem offenen, transparenten und vor allem konstruktiven Statement an euch wenden.
Rückblickend ist uns bewusst geworden, dass viele Veränderungen, Konzepte und Entscheidungen nicht so bei euch angekommen sind, wie sie von uns beabsichtigt waren. Das lag weniger an mangelnder Wertschätzung gegenüber der Spielerschaft, sondern vor allem an zu schneller Umsetzung, unzureichender Einordnung und fehlender Kommunikation. Inhalte wurden eingeführt, ohne ausreichend erklärt oder gemeinsam greifbar gemacht zu werden. Dadurch entstanden Unsicherheiten, Missverständnisse und letztlich auch Frustration – ein Umstand, den wir sehr ernst nehmen.
Der Staff versteht sich nicht als Gegenpol zur Spielerschaft, sondern als Teil derselben. Euer Feedback, eure Kritik und eure Perspektiven sind für uns essenziell, um Schattenwelt langfristig lebendig und spielbar zu halten. Dass wir dieses Feedback nicht immer so aufgenommen oder beantwortet haben, wie es notwendig gewesen wäre, sehen wir heute klarer als zuvor.
Innerhalb des Staffs gab es unterschiedliche Sichtweisen darauf, wie Kritik einzuordnen ist, wie stark sie von der Mehrheit der Spielerschaft getragen wird und wie eng neue Ideen mit dem ursprünglichen Schattenwelt-Gedanken verzahnt sein sollten. Diese unterschiedlichen Perspektiven haben dazu geführt, dass Entscheidungen teilweise verzögert, abgeschwächt oder nicht klar genug nach außen kommuniziert wurden. Nach außen entstand dadurch der Eindruck von Stillstand oder mangelnder Orientierung – auch wenn intern durchaus intensiv diskutiert und gearbeitet wurde.
In einer der letzten Staffsitzungen haben wir uns daher bewusst Zeit genommen, die Situation gemeinsam aufzuarbeiten. Ziel war es, die zentralen Probleme klar zu benennen, unterschiedliche Sichtweisen zusammenzuführen und einen konkreten Maßnahmenplan zu entwickeln, auf den wir uns mehrheitlich einigen konnten. Diese Einigung hat uns wieder handlungsfähig gemacht und bildet die Grundlage für alles, was wir im Folgenden darstellen möchten.
Identifizierte Kernprobleme
Rollenspiel-Lähmung nach dem Sternenfall
Die rückläufigen Spielerzahlen standen weniger im Zusammenhang mit der technischen Umstellung auf SSX, sondern vielmehr mit dem Ende der OOC-Testphase am 9. November, als das reguläre Rollenspiel wieder beginnen sollte. Hier zeigte sich, dass der Übergang ins RP für viele Spieler nicht gut funktionierte.
Der Sternenfall sollte ursprünglich rollenspielerische Flexibilität schaffen und Spielern unterschiedlicher Schattenwelt-Generationen ermöglichen, ihre Charaktere ohne harte OOC-Brüche weiterzuspielen. Gerade bei langen Pausen, unterschiedlichen Erinnerungsständen und dem Rückgriff auf einen älteren Spielstand erschien uns dieser Ansatz sinnvoll. Allerdings wurde deutlich, dass die Konsequenzen des Sternenfalls für viele Charaktere, Rassen und Regionen nicht ausreichend erklärt oder bespielt wurden.
Der neue Status quo – insbesondere die Einführung des Adels – wurde sehr schnell etabliert. Für viele Spieler war unklar, was das konkret für ihre Charaktere, ihre Machtpositionen und die Spielwelt bedeutete. Diese Unsicherheit führte zu einer Rollenspiel-Schockstarre. Fragen blieben unbeantwortet, Konflikte ungeklärt, und Spieler fühlten sich mit wichtigen Entscheidungen allein gelassen. In dieser Situation entschieden sich viele verständlicherweise dazu, erst einmal nicht weiterzuspielen.
Britain ist dabei nur das sichtbarste Beispiel. Ähnliche Unsicherheiten gab es auch in anderen Bereichen der Spielwelt, etwa bei den Waldelfen oder im Umgang mit Glauben und Göttern. Hier haben wir zu sehr aus einer konzeptionellen Perspektive gedacht und zu wenig aus Sicht einzelner Charaktere, Fraktionen oder Kulturen.
Das Adelssystem
Das Adelssystem wurde von der Spielerschaft deutlich anders wahrgenommen, als es ursprünglich gedacht war. Ziel war es nicht, eine „Staffwelt“ zu etablieren, sondern eine Struktur, die Konflikte moderieren und in Ausnahmefällen lenken kann, während die eigentliche Macht weiterhin bei den Spielern liegt.
In der Praxis wurde das System jedoch als Einschränkung empfunden, insbesondere dort, wo gewachsene Machtpositionen und langjährig etablierte Charaktere betroffen waren. Auch wenn formell Kompetenzen vergleichbar blieben, veränderte sich das Spielgefühl spürbar. Dass dies als Abwertung bestehender Charakterentwicklungen empfunden wurde, ist nachvollziehbar.
Hier wurde deutlich, dass Machtpositionen, die sich über Jahre im Spiel etabliert haben, nicht durch strukturelle Änderungen ersetzt oder relativiert werden dürfen, ohne dies im Spiel selbst auszutragen. Konflikte um Macht und Einfluss gehören ins Rollenspiel – nicht in Dekrete.
Prinzipientreue und Wahrnehmung von Regeln
Regeln sind für ein gemeinsames Spiel wichtig und notwendig. Gleichzeitig wurde deutlich, dass ihre Durchsetzung in einer angespannten Phase als zu streng oder wenig situationssensibel wahrgenommen wurde. Aus Staff-Sicht war es dabei schwierig, zwischen notwendiger Regelwahrung und situativer Flexibilität abzuwägen.
Uns ist bewusst geworden, dass gerade in Krisenzeiten Augenmaß und Priorisierung entscheidend sind. Regeln sollen das Rollenspiel schützen – nicht lähmen. Hier wollen wir künftig pragmatischer agieren und stärker darauf achten, was dem Spiel und der Motivation der Spielerschaft tatsächlich dient.
Maßnahmenplan
Ziel aller folgenden Maßnahmen ist es, der Spielerschaft wieder einen klaren, verständlichen Rahmen zu geben, innerhalb dessen eigenständiges Rollenspiel möglich ist – mit minimalem, aber unterstützendem Staff-Eingriff.
Britain
Der Adel wird sich vorrangig auf Britain konzentrieren. Der Status quo der Stadt wird klar definiert, die Garde konsolidiert und der Kontakt zu Licht-Fraktionen aktiv gesucht. Ziel ist es, dass Lichtgilden Britain wieder als ihre Stadt begreifen und selbst Verantwortung übernehmen. Der Adel soll dabei unterstützen, nicht dominieren.
Düsterhafen
Der Adel zieht sich aus Düsterhafen zurück. Die Stadt wird vollständig den Spielern überlassen. Machtverhältnisse, Konflikte und Führungsstrukturen sollen dort ausschließlich durch Rollenspiel, Diplomatie und Konflikt gelöst werden. Düsterhafen kann sich bewusst als Gegenpol zur Krone entwickeln.
Moonglow
Moonglow bleibt ein Schwerpunkt für neutral geprägtes Spiel, insbesondere im Kontext der AAM. Der Adel wird dort nur unterschwellig präsent sein. Für die Drow wird gemeinsam mit den Spielern eine langfristige Perspektive erarbeitet.
Waldelfen
Die Situation der Waldelfen, insbesondere Fragen zu Yew und La, wird gemeinsam mit den betroffenen Spielern geklärt, um ihnen wieder eine klare rollenspielerische Grundlage zu geben.
Götter und Glaube
Das Verschwinden der Götter soll konsolidiert werden, mit der Möglichkeit, jede Gottheit durch Spieleraktivität wieder zu befreien. Glaubensklassen bleiben spielbar, Zauberwirkungen plausibel. Neue Abstufungen wie der Priester ergänzen bestehende Klassen, ohne sie zu entwerten.
Staff-Spieler-Kommunikation
Unser Ziel ist es, Staff-Absprachen auf das Nötigste zu reduzieren und Rollenspiel wieder primär im Spiel stattfinden zu lassen. Der Staff unterstützt dort, wo es notwendig ist, und bleibt offen für größere Entwicklungen, die gemeinsam gestaltet werden sollen.
Fazit
Die beschriebenen Maßnahmen verstehen wir als klaren Kurswechsel und als Chance, Vertrauen wieder aufzubauen. Schattenwelt lebt von seiner Spielerschaft – ohne euch gibt es keine Welt, keine Geschichten und keine Zukunft.
Wir wissen, dass Worte allein nicht ausreichen. Entscheidend sind die Taten, die nun folgen müssen. Wir bitten dennoch um etwas Geduld, da unsere Kapazitäten begrenzt sind und Veränderungen Zeit benötigen.
Vielen Dank für eure Offenheit, eure Kritik und eure Leidenschaft für Schattenwelt. Wir hoffen, dass dieses Statement euch Zuversicht gibt und zeigt, dass wir gewillt sind, zuzuhören, zu lernen und gemeinsam mit euch weiterzugehen.
Der Staff wünscht euch besinnliche Feiertage und einen guten Start ins neue Jahr.
Im Januar gibt es viel zu tun – packen wir es gemeinsam an.
Euer Schattenwelt-Team
Statement an die Spielerschaft
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Vasilas
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