Der Name, der blieb
Verfasst: 17 Aug 2026, 17:21
Langsam öffnete Thorus Ne’rul die Augen.
Blasses Morgenlicht drang durch die Ritzen der hölzernen Baracke und legte sich auf den staubigen Boden. Für einen Moment blieb er einfach liegen und starrte an die fremde Decke.
Wo war er?
Und vor allem …
Wer war er?
Thorus setzte sich auf und rieb sich den Schlaf aus den Augen. Sein Blick wanderte durch den kargen Raum. Ein Bett, ein kleiner Tisch, eine Waschschüssel. Nichts, was ihm vertraut erschien.
Er stand auf und begann, sich zu waschen. Während er das kalte Wasser über sein Gesicht laufen ließ, versuchte er sich zu erinnern.
Nichts.
Nur ein Name.
„Thorus Ne’rul.“
Er sprach ihn leise aus.
Das war alles, was ihm geblieben war.
Neben seinem Bett lag ein altes Stück Pergament. Vorsichtig nahm er es auf. Die Schrift war teilweise verblasst, doch ein Name sprang ihm sofort ins Auge.
Der Orden Malions.
Thorus las die wenigen Zeilen darunter. Offenbar hatte er diesem Orden einst angehört.
Oder zumindest schien es so.
Ein ungutes Gefühl breitete sich in ihm aus. Er wusste nicht, was er getan hatte. Nicht, wem er gedient hatte. Nicht, woran er geglaubt hatte.
Aber eines wusste er.
Er wollte nicht länger jemand sein, dessen Weg von einer Vergangenheit bestimmt wurde, an die er sich nicht einmal erinnern konnte.
Thorus zerknüllte das Pergament.
Dann riss er es langsam entzwei.
„Sollte ich in meiner Vergangenheit etwas Falsches getan haben“, murmelte er, während die Fetzen zu Boden glitten, „hiermit entsage ich all dem.“
Er sah auf die Überreste hinab.
„Was auch immer ich war … ich werde selbst entscheiden, wer ich sein werde.“
Gerade wollte er zur Tür gehen, als plötzlich etwas den Raum veränderte.
Ein Licht erschien in einer Ecke der Baracke.
Thorus blieb stehen.
Es war kein gewöhnliches Licht.
Es flackerte nicht wie eine Flamme und fiel auch nicht wie Sonnenlicht durch ein Fenster. Es war vollkommen still und dennoch von einer Wärme erfüllt, die den ganzen Raum zu durchdringen schien.
Thorus wich keinen Schritt zurück.
Im Gegenteil.
Er fühlte sich seltsam dazu hingezogen.
Dann hörte er die Stimme.
Nicht mit seinen Ohren.
Sie erklang direkt in seinem Innersten.
„Dies ist der richtige Weg.“
Thorus Atem stockte.
Die Stimme war ruhig. Geduldig. Fast väterlich.
„Es hat gedauert, bis sich mein Werkzeug für den richtigen Weg entschieden hat.“
Thorus blickte in das Licht.
„Wer bist du?“
Keine Antwort.
Nur Wärme.
Eine Wärme, die langsam durch seinen Körper floss und etwas in ihm berührte, von dessen Existenz er bisher nichts gewusst hatte.
Dann verschwand das Licht.
Die Baracke war wieder dunkel.
Thorus stand noch immer an derselben Stelle.
„Mein Werkzeug …“
Er setzte sich langsam zurück auf die Bettkante.
Doch die Wärme war geblieben.
Sie lag noch immer in seiner Brust.
Nicht wie ein Feuer, das brannte.
Eher wie eine kleine Flamme, die jemand entzündet hatte.
Eine Flamme, die nicht wärmte, um zu verbrennen, sondern um den Weg zu zeigen.
Thorus legte eine Hand auf seine Brust.
Für einen kurzen Moment schloss er die Augen.
Und wieder sah er etwas.
Keine Gestalt.
Kein Gesicht.
Nur Licht.
Unendlich hell, weit und ruhig.
Darin lag ein Gefühl, das er nicht benennen konnte.
Frieden.
Hoffnung.
Und etwas, das sich beinahe wie Gnade anfühlte.
Dann war die Vision verschwunden.
Thorus öffnete die Augen.
Zum ersten Mal seit seinem Erwachen fühlte sich die Leere in seinem Kopf nicht mehr ganz so bedrückend an.
Vielleicht musste er seine Vergangenheit nicht finden.
Vielleicht musste er einen neuen Weg finden.
Er stand auf und öffnete die Tür.
Das erste Sonnenlicht des Tages traf sein Gesicht.
Thorus kniff die Augen zusammen.
Doch anstatt sich abzuwenden, blieb er stehen und ließ die Wärme auf sich wirken.
Irgendwo tief in seinem Herzen regte sich eine leise Ahnung.
Vielleicht war dieses Licht nicht zufällig zu ihm gekommen.
Vielleicht hatte es ihn schon lange gesucht.
Und vielleicht …
war dies der erste Schritt auf einem Weg, dessen Ende er noch nicht sehen konnte.
Aber zum ersten Mal wusste Thorus, in welche Richtung er gehen wollte.
Dem Licht entgegen.
Blasses Morgenlicht drang durch die Ritzen der hölzernen Baracke und legte sich auf den staubigen Boden. Für einen Moment blieb er einfach liegen und starrte an die fremde Decke.
Wo war er?
Und vor allem …
Wer war er?
Thorus setzte sich auf und rieb sich den Schlaf aus den Augen. Sein Blick wanderte durch den kargen Raum. Ein Bett, ein kleiner Tisch, eine Waschschüssel. Nichts, was ihm vertraut erschien.
Er stand auf und begann, sich zu waschen. Während er das kalte Wasser über sein Gesicht laufen ließ, versuchte er sich zu erinnern.
Nichts.
Nur ein Name.
„Thorus Ne’rul.“
Er sprach ihn leise aus.
Das war alles, was ihm geblieben war.
Neben seinem Bett lag ein altes Stück Pergament. Vorsichtig nahm er es auf. Die Schrift war teilweise verblasst, doch ein Name sprang ihm sofort ins Auge.
Der Orden Malions.
Thorus las die wenigen Zeilen darunter. Offenbar hatte er diesem Orden einst angehört.
Oder zumindest schien es so.
Ein ungutes Gefühl breitete sich in ihm aus. Er wusste nicht, was er getan hatte. Nicht, wem er gedient hatte. Nicht, woran er geglaubt hatte.
Aber eines wusste er.
Er wollte nicht länger jemand sein, dessen Weg von einer Vergangenheit bestimmt wurde, an die er sich nicht einmal erinnern konnte.
Thorus zerknüllte das Pergament.
Dann riss er es langsam entzwei.
„Sollte ich in meiner Vergangenheit etwas Falsches getan haben“, murmelte er, während die Fetzen zu Boden glitten, „hiermit entsage ich all dem.“
Er sah auf die Überreste hinab.
„Was auch immer ich war … ich werde selbst entscheiden, wer ich sein werde.“
Gerade wollte er zur Tür gehen, als plötzlich etwas den Raum veränderte.
Ein Licht erschien in einer Ecke der Baracke.
Thorus blieb stehen.
Es war kein gewöhnliches Licht.
Es flackerte nicht wie eine Flamme und fiel auch nicht wie Sonnenlicht durch ein Fenster. Es war vollkommen still und dennoch von einer Wärme erfüllt, die den ganzen Raum zu durchdringen schien.
Thorus wich keinen Schritt zurück.
Im Gegenteil.
Er fühlte sich seltsam dazu hingezogen.
Dann hörte er die Stimme.
Nicht mit seinen Ohren.
Sie erklang direkt in seinem Innersten.
„Dies ist der richtige Weg.“
Thorus Atem stockte.
Die Stimme war ruhig. Geduldig. Fast väterlich.
„Es hat gedauert, bis sich mein Werkzeug für den richtigen Weg entschieden hat.“
Thorus blickte in das Licht.
„Wer bist du?“
Keine Antwort.
Nur Wärme.
Eine Wärme, die langsam durch seinen Körper floss und etwas in ihm berührte, von dessen Existenz er bisher nichts gewusst hatte.
Dann verschwand das Licht.
Die Baracke war wieder dunkel.
Thorus stand noch immer an derselben Stelle.
„Mein Werkzeug …“
Er setzte sich langsam zurück auf die Bettkante.
Doch die Wärme war geblieben.
Sie lag noch immer in seiner Brust.
Nicht wie ein Feuer, das brannte.
Eher wie eine kleine Flamme, die jemand entzündet hatte.
Eine Flamme, die nicht wärmte, um zu verbrennen, sondern um den Weg zu zeigen.
Thorus legte eine Hand auf seine Brust.
Für einen kurzen Moment schloss er die Augen.
Und wieder sah er etwas.
Keine Gestalt.
Kein Gesicht.
Nur Licht.
Unendlich hell, weit und ruhig.
Darin lag ein Gefühl, das er nicht benennen konnte.
Frieden.
Hoffnung.
Und etwas, das sich beinahe wie Gnade anfühlte.
Dann war die Vision verschwunden.
Thorus öffnete die Augen.
Zum ersten Mal seit seinem Erwachen fühlte sich die Leere in seinem Kopf nicht mehr ganz so bedrückend an.
Vielleicht musste er seine Vergangenheit nicht finden.
Vielleicht musste er einen neuen Weg finden.
Er stand auf und öffnete die Tür.
Das erste Sonnenlicht des Tages traf sein Gesicht.
Thorus kniff die Augen zusammen.
Doch anstatt sich abzuwenden, blieb er stehen und ließ die Wärme auf sich wirken.
Irgendwo tief in seinem Herzen regte sich eine leise Ahnung.
Vielleicht war dieses Licht nicht zufällig zu ihm gekommen.
Vielleicht hatte es ihn schon lange gesucht.
Und vielleicht …
war dies der erste Schritt auf einem Weg, dessen Ende er noch nicht sehen konnte.
Aber zum ersten Mal wusste Thorus, in welche Richtung er gehen wollte.
Dem Licht entgegen.