Die Saat von Düsterhafen
Verfasst: 27 Aug 2026, 15:34
Wenige Tage waren vergangen, seit Nok’tau im Feuer des Kometen untergegangen war. Maranos und Paranax hatten die brennenden Ruinen hinter
sich gelassen und zogen nach Düsterhafen. Als sie die Stadt schließlich von einem Hügel aus erblickten, blieb Maranos stehen.
Unter ihnen lagen enge Gassen, dunkle Dächer und der vom Nebel verschluckte Hafen. Händler, Flüchtlinge und bewaffnete Männer drängten sich vor den Toren.
„Spürst du es, Paranax?“ Dieser blickte fragend zu ihm. „Furcht. Sie hängt über dieser Stadt wie Nebel.“
„Und was tun wir?“ Maranos lächelte kalt. „Nichts. Noch nicht.“
Sie betraten Düsterhafen ohne Aufsehen und fanden im heruntergekommenen Hafenviertel ein verlassenes Gebäude. Der Keller darunter war groß, verborgen und nur durch einen schmalen Zugang erreichbar.
Maranos betrachtete die steinernen Wände.
„Hier beginnen wir.“
In den folgenden Wochen mischte sich Paranax unter die Bewohner. Er hörte zu, sammelte Namen und brachte seinem Meister Informationen über Händler, Wachen, Priester und jene Menschen, die von der Stadt vergessen worden waren.
Maranos ordnete sie nach einfachen Kriterien:
**Nützlich. Formbar. Brechen.**
Eines Abends brachte Paranax einen jungen Hafenarbeiter namens Jarek zu ihm.
„Wovor hast du Angst?“, fragte Maranos.
„Vor nichts.“
Maranos lächelte.
„Jeder Mensch hat Angst.“
Er trat näher.
„Du fürchtest Hunger. Bedeutungslosigkeit. Und dass dein Leben niemals mehr sein wird als das hier.“
Jarek schwieg.
„Was wollt Ihr von mir?“
„Nichts. Ich gebe dir lediglich die Gelegenheit, deine Angst zu benutzen.“
Jarek wurde der Erste.
Er brachte weitere Männer mit. Aus einem wurden drei, aus drei wurden sieben und schließlich zwölf.
Gleichzeitig veränderte sich Düsterhafen. Ein Lagerhaus brannte. Ein Wachmann verschwand.
Ein Priester wurde zusammengeschlagen. Und in den Tavernen entstanden Gerüchte über schwarze Zeichen, nächtliche Gestalten und einen Mann mit roten Augen.
Maranos ließ die Menschen reden.
**Gerüchte waren besser als Wahrheit. Wahrheit hatte Grenzen. Angst nicht.**
Eines Nachts versammelte er seine ersten Anhänger im Keller. An der Wand hinter ihm prangte ein schwarzer Stern.
„Andere lehren euch, eure Angst zu überwinden“, sprach Maranos. Die Flammen der schwarzen Kerzen loderten auf.
„Ich lehre euch, sie zu benutzen.“ Dann erloschen die Kerzen.
Nur eine einzige Flamme blieb und beleuchtete seine blutroten Augen.
„Wer die Furcht anderer beherrscht, beherrscht auch sie.“
Jarek sank auf ein Knie.Die anderen folgten. Später betrachtete Paranax den schwarzen Stern.
„Ist dies der neue Orden?“
„Nein.“
„Was dann?“
Maranos blickte nach oben, als könne er durch die Mauern hindurch ganz Düsterhafen sehen.
„Eine Saat.“
„Und was soll daraus wachsen?“
Maranos lächelte.
„Wir glaubten, Macht müsse hinter Mauern geschützt werden. Das war unser Fehler.“
Seine Hand legte sich auf den schwarzen Stern.
„Diesmal bauen wir keine Festung.“
Seine Augen glühten dunkelrot.
„Diesmal machen wir die Stadt selbst zu unserer Festung.“
sich gelassen und zogen nach Düsterhafen. Als sie die Stadt schließlich von einem Hügel aus erblickten, blieb Maranos stehen.
Unter ihnen lagen enge Gassen, dunkle Dächer und der vom Nebel verschluckte Hafen. Händler, Flüchtlinge und bewaffnete Männer drängten sich vor den Toren.
„Spürst du es, Paranax?“ Dieser blickte fragend zu ihm. „Furcht. Sie hängt über dieser Stadt wie Nebel.“
„Und was tun wir?“ Maranos lächelte kalt. „Nichts. Noch nicht.“
Sie betraten Düsterhafen ohne Aufsehen und fanden im heruntergekommenen Hafenviertel ein verlassenes Gebäude. Der Keller darunter war groß, verborgen und nur durch einen schmalen Zugang erreichbar.
Maranos betrachtete die steinernen Wände.
„Hier beginnen wir.“
In den folgenden Wochen mischte sich Paranax unter die Bewohner. Er hörte zu, sammelte Namen und brachte seinem Meister Informationen über Händler, Wachen, Priester und jene Menschen, die von der Stadt vergessen worden waren.
Maranos ordnete sie nach einfachen Kriterien:
**Nützlich. Formbar. Brechen.**
Eines Abends brachte Paranax einen jungen Hafenarbeiter namens Jarek zu ihm.
„Wovor hast du Angst?“, fragte Maranos.
„Vor nichts.“
Maranos lächelte.
„Jeder Mensch hat Angst.“
Er trat näher.
„Du fürchtest Hunger. Bedeutungslosigkeit. Und dass dein Leben niemals mehr sein wird als das hier.“
Jarek schwieg.
„Was wollt Ihr von mir?“
„Nichts. Ich gebe dir lediglich die Gelegenheit, deine Angst zu benutzen.“
Jarek wurde der Erste.
Er brachte weitere Männer mit. Aus einem wurden drei, aus drei wurden sieben und schließlich zwölf.
Gleichzeitig veränderte sich Düsterhafen. Ein Lagerhaus brannte. Ein Wachmann verschwand.
Ein Priester wurde zusammengeschlagen. Und in den Tavernen entstanden Gerüchte über schwarze Zeichen, nächtliche Gestalten und einen Mann mit roten Augen.
Maranos ließ die Menschen reden.
**Gerüchte waren besser als Wahrheit. Wahrheit hatte Grenzen. Angst nicht.**
Eines Nachts versammelte er seine ersten Anhänger im Keller. An der Wand hinter ihm prangte ein schwarzer Stern.
„Andere lehren euch, eure Angst zu überwinden“, sprach Maranos. Die Flammen der schwarzen Kerzen loderten auf.
„Ich lehre euch, sie zu benutzen.“ Dann erloschen die Kerzen.
Nur eine einzige Flamme blieb und beleuchtete seine blutroten Augen.
„Wer die Furcht anderer beherrscht, beherrscht auch sie.“
Jarek sank auf ein Knie.Die anderen folgten. Später betrachtete Paranax den schwarzen Stern.
„Ist dies der neue Orden?“
„Nein.“
„Was dann?“
Maranos blickte nach oben, als könne er durch die Mauern hindurch ganz Düsterhafen sehen.
„Eine Saat.“
„Und was soll daraus wachsen?“
Maranos lächelte.
„Wir glaubten, Macht müsse hinter Mauern geschützt werden. Das war unser Fehler.“
Seine Hand legte sich auf den schwarzen Stern.
„Diesmal bauen wir keine Festung.“
Seine Augen glühten dunkelrot.
„Diesmal machen wir die Stadt selbst zu unserer Festung.“