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Allgemein - Die Magie

Verfasst: 15 Nov 2025, 21:25
von Nebulus
Vorwort - Die Magie
»Magie ist kein Spielzeug, sondern Klinge und Sturm zugleich. Die Gabe an sich genügt nicht; erst wer sie sicher zu führen weiß, macht sie fruchtbar. Ein wacher, doch nur gering geschulter Magiebegabter vermag seine Schwäche zu verbergen und dennoch sein Ziel zu erreichen, während manch ein mächtig veranlagter, aber unbedachter Magiebegabter an sich selbst zugrunde geht. Gleichwohl sind beide dem Sterblichen, dem jede Magiebegabung fehlt, weit voraus. Präge dir dies ein, mein Lehrling: Ringe um Können und denke nach, ehe du handelst. Größere als du sind am Hochmut zerbrochen—darum wahre dich und gebrauche Geist und Macht mit Maß.«
— Unbekannter Lehrmeister der Magie aus vergangenen Tagen, in einem Gespräch mit einem magisch minderbegabten Lehrling
Durch die Schattenwelt verläuft ein feines Geflecht der ESSENZ – allgegenwärtig, doch dem ungeübten Blick verborgen. Am heimischen Herdfeuer flüstert man von gebeugten Kräuterweibern und kauzigen Einsiedlern. Man sagt, sie heilten – und verfluchten. Manche sollen mit Geistern handeln und mit Dingen, die besser keinen Namen tragen, paktieren. Der einfache Bewohner der Schattenwelt aber begegnet meist nur einer kundigen Kräuterfrau oder der plumpen Gaukelei fahrenden Volkes, das Taschenspielerei als große Wunder verkauft, um an ein paar Münzen zu kommen.

In den Städten verbindet man Magie vor allem mit den Magiebegabten der Akademien. Ihre Versuche und Studien wirken fremd auf Außenstehende, zuweilen furchteinflößend, und nähren Gerüchte über Gefahren, die man besser hinter dicken Mauern lässt. Das Bild des einfachen Bürgers speist sich aus zwei Quellen: aus Gauklern und Sehern, die bisweilen einen Splitter Wahrheit tragen, und aus dem Unterricht, der Forschung und dem Lehrbetrieb der Akademien. Allen gemeinsam ist die Erkenntnis, dass Lehrtraditionen und Schulen der Magie weit verzweigter sind, als die meisten begreifen.


Die Traditionen

Von den Elfen heißt es, die ESSENZ fließe durch sie, so natürlich wie für andere Rassen das Atmen und der Herzschlag ist. Sie spüren den Strom der ESSENZ wie Wärme unter der Haut und formen diesen mit Wille, Wort und Lied.

Die Völker der Zwerge weisen Magie meist zurück – mit wenigen Ausnahmen: Geoden hören den Ruf der Tiefe, lesen den Willen des Steins, zähmen Glut und Druck der Erde und wirken, indem sie Maß, Rhythmus und Schichtung achten.

Bei den Stämmen der Orks oder Barbaren rufen Schamanen die Ahnengeister; Trommel, Rauch und Zeichen öffnen den Pfad, Rituale binden Rat und Schutz an Sippe und Land.

Hexen – greifen über das Gefühl auf die ESSENZ zu. Zorn, Furcht, Liebe, Sehnsucht: Ihre Emotionen lenken den unbewussten Zugriff. Das macht sie schnell und wandelbar, doch auch anfällig für Übermaß.

Druiden, zumeist elbischer Herkunft, knüpfen ein freundschaftliches Band zur lebendigen Welt. Sie lesen die Naturverhältnisse. Überlieferte Riten im Einklang mit ihrer Überzeugung lassen Wälder, Wind und Wasser antworten; sie bitten die ESSENZ, statt sie zu zwingen.

Magier besitzen die Gabe, den Strom der ESSENZ zu spüren. In den Akademien schärfen sie diese Wahrnehmung: analytisches Denken, klare Formen, geordnete Abläufe, Matrizen und Geometrien. Kreise, Zeichen und Knotenpunkte fassen das Unsichtbare. So wachsen Verständnis und Kontrolle. Doch jede Formel verlangt Maß und Verantwortung.

Nekromanten wandeln am Rand: zwischen Atem und Stille, Erinnerung und Staub. Ihr Zugang ist dem der Magier verwandt – methodisch, schrittgenau, voller Zeichen und Formeln –, doch ihre Ethik ist nicht strenger, sondern grundsätzlich anders. Sie berühren Bereiche, die viele als Frevel am Saum des Lebens deuten. Kälte, Schweigen und die Last vergangener Stimmen sind der Preis.

Alles dies ist Magie: selten hell, nie ohne Schatten – und doch aus demselben Ursprung gewoben: der ESSENZ.

Unterschiedliche Ansätze des Zauberwebens

Um Zauber zu weben gibt es verschiedene Ansätze, die eine Abhängigkeit in der Zeit, die ein Zauber braucht, um zu wirken als auch in der Kontrollierbarkeit beeinflussen.
Es gibt Ad hoc gewirkte Zauber, die sehr schnell ihre Wirkung entfalten, jedoch teils nicht akkurat zu kontrollieren und im Vergleich zu anderen Methoden “schwächer” sind. Die nächste Methode wäre das Abrufen eingeprägter Thesen, mit denen der Magiewirkende vertraut ist. Hier ist das Maß der Zuverlässigkeit schon nennenswert größer.
Weiterhin kann der Zaubernde eine längere Konzentration und Willensfokussierung nutzen, was die Dauer bis der Zauber ausgelöst wird deutlich verlängert, aber dafür ein erhöhtes Maß an Genauigkeit verspricht. Zuletzt bedürfen Rituale sehr viel Vorbereitungszeit, bringen dafür aber eine hohe Präzision und, unter Zuhilfenahme von weiteren Werkzeugen, auch ein erhöhtes Wirkpotential mit sich. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, dass ein Ritual eine geringere Belastung für den Magieanwender darstellt, wenn die ESSENZ über einen längeren Zeitraum eingebracht wird.
Unumstößlich ist jedoch: Actio = Reactio - Das Wirken von Magie hat stets seinen Preis.

Unterweisung / Ausbildung

Die ESSENZ verlangt Maß. Jeder Eingriff in ihren Strom birgt ein Risiko – für Körper, Geist und die Welt um dich. Ungeführte Magie reißt den Magiebegabten mit, falsch gesetzte Formen, unpassende Paraphernalien oder ein Irrtum im Aufbau oder Takt eines Rituals können verheerende Folgen haben: Essenzbrand am eigenen Fleisch, Risse im Gefüge von Land und Zeit, Ausbruch ungelenkter “wilder Magie”. Eine Ausbildung macht diese Gefahren greifbar und mindert sie. Sie lehrt Vorgehen und Abläufe, Regeln und Grenzen, das Halten des Maßes sowie das Erkennen von Bruch, Überlast und Fehlklang – und die nötigen Gegenmaßnahmen: Absicherung, Bannkreis, Abbruch und Nachsorge. Wer ohne Anleitung wirkt, wird über kurz oder lang zur Gefahr – für sich selbst und für alle, die in der Schattenwelt neben ihm leben.

Bestehende Institute / Akademien

Zur Zeit stehen den Magiebegabten zwei Ausbildungsstätten zur Verfügung:
Academia Ars Magica ad Moonglow
Sala’Bandlaril, Akademie der Elfen zu Schattenwelt