Auron De`Raynos und die Schattenklinge
Verfasst: 26 Nov 2025, 21:35
Der Wald von Düsterhafen lag schwer und schweigend unter einem bleigrauen Morgenhimmel. Feiner Nebel hing zwischen den alten Baumstämmen, und selbst der Wind wagte kaum, durch das dichte Geäst zu streichen. Nur ein einzelner Mann bewegte sich darin – Auron De'Raynos, Suchender nach einer Kunst, die kein Mensch ihm lehren konnte.
Seit drei Nächten folgte Auron einer Spur, die kaum eine Spur war:
ein Hauch im Moos, ein kaum sichtbarer Abdruck im weichen Erdreich, ein Schimmer im Unterholz. Es war die Fährte des schwarzen Panthers, eines Wesens, das die Dorfbewohner nur flüsternd erwähnten. Manche hielten ihn für ein Tier, andere für einen Dämon, der durch die Schatten wandelt.
Auron aber wusste, dass er lernen musste, was dieses Wesen beherrschte:
Lautlosigkeit. Geduld. Den lautlosen Schlag.
Er bewegte sich vorsichtig zwischen Wurzeln und Farn, blieb immer wieder stehen, lauschte. Und dann – kaum wahrnehmbar – glitten zwei goldene Augen aus dem Dunkel hervor.
Der Panther.
Seine Gestalt war fast schwarz wie Pech, nur ein kaum erkennbarer silbriger Schimmer zeichnete seinen Rücken. Lautlos, wie Schatten im Schatten, setzte er eine Pfote nach der anderen. Und Auron erkannte: Er tritt nicht auf den Boden. Er fließt über ihn.
Auron hielt den Atem an.
Er begann, die Bewegungen des Tieres zu studieren:
das geduckte Gleiten, die Ruhe vor jedem Schritt, das Beobachten jedes Zweiges, bevor die Pfote sich hob.
Der Panther glitt vorwärts, kaum mehr als ein Hauch im Nebel. Auron folgte ihm – langsam, geduldig, so still er konnte.
Einmal trat er zu hastig auf und ein dünner Zweig knackte.
Der Panther erstarrte.
Ein goldener Blick traf Auron, scharf wie ein Messer.
Doch anstatt zu fliehen oder anzugreifen, drehte das Tier sich leicht zur Seite – als wolle es zeigen: So nicht. Noch einmal.
Auron nickte stumm, Sprach in Gedanken ein gebet zum Dunklen Engel und versuchte es erneut.
Stunde um Stunde wiederholte sich dieses Spiel:
der Panther führte, Auron folgte. Der Wald wurde stiller, als lausche er selbst. Und langsam, ganz langsam, begann Auron, die Bewegungen des Panthers nicht nur zu sehen, sondern zu fühlen.
Am Abend erreichten sie eine schmale Schlucht, in deren Schatten ein Hirsch äste. Der Panther kauerte sich hin, sein Körper spannte sich wie ein Bogen. Auron beobachtete jedes Detail:
das Atemanhalten, das Verharren, die absolute Stille.
Dann – eine Bewegung, so schnell und lautlos wie fallender Schnee.
Der Hirsch sank, noch bevor er den Jäger bemerkt hatte.
Auron stand wie versteinert.
Was er soeben gesehen hatte, war keine Jagd.
Es war Perfektion.
Der Panther wandte sich ihm erneut zu. Kein Knurren, kein Fauchen – nur ein Blick, der so deutlich sprach wie Worte:
„Bewege dich wie die Nacht – und der Tod wird dir folgen.“
Auron verneigte sich tief.
Und als der Panther schließlich in der Dunkelheit verschmolz und verschwand, wusste Auron:
Er hatte den ersten Schritt getan, um selbst ein Schatten zu werden.
Seit drei Nächten folgte Auron einer Spur, die kaum eine Spur war:
ein Hauch im Moos, ein kaum sichtbarer Abdruck im weichen Erdreich, ein Schimmer im Unterholz. Es war die Fährte des schwarzen Panthers, eines Wesens, das die Dorfbewohner nur flüsternd erwähnten. Manche hielten ihn für ein Tier, andere für einen Dämon, der durch die Schatten wandelt.
Auron aber wusste, dass er lernen musste, was dieses Wesen beherrschte:
Lautlosigkeit. Geduld. Den lautlosen Schlag.
Er bewegte sich vorsichtig zwischen Wurzeln und Farn, blieb immer wieder stehen, lauschte. Und dann – kaum wahrnehmbar – glitten zwei goldene Augen aus dem Dunkel hervor.
Der Panther.
Seine Gestalt war fast schwarz wie Pech, nur ein kaum erkennbarer silbriger Schimmer zeichnete seinen Rücken. Lautlos, wie Schatten im Schatten, setzte er eine Pfote nach der anderen. Und Auron erkannte: Er tritt nicht auf den Boden. Er fließt über ihn.
Auron hielt den Atem an.
Er begann, die Bewegungen des Tieres zu studieren:
das geduckte Gleiten, die Ruhe vor jedem Schritt, das Beobachten jedes Zweiges, bevor die Pfote sich hob.
Der Panther glitt vorwärts, kaum mehr als ein Hauch im Nebel. Auron folgte ihm – langsam, geduldig, so still er konnte.
Einmal trat er zu hastig auf und ein dünner Zweig knackte.
Der Panther erstarrte.
Ein goldener Blick traf Auron, scharf wie ein Messer.
Doch anstatt zu fliehen oder anzugreifen, drehte das Tier sich leicht zur Seite – als wolle es zeigen: So nicht. Noch einmal.
Auron nickte stumm, Sprach in Gedanken ein gebet zum Dunklen Engel und versuchte es erneut.
Stunde um Stunde wiederholte sich dieses Spiel:
der Panther führte, Auron folgte. Der Wald wurde stiller, als lausche er selbst. Und langsam, ganz langsam, begann Auron, die Bewegungen des Panthers nicht nur zu sehen, sondern zu fühlen.
Am Abend erreichten sie eine schmale Schlucht, in deren Schatten ein Hirsch äste. Der Panther kauerte sich hin, sein Körper spannte sich wie ein Bogen. Auron beobachtete jedes Detail:
das Atemanhalten, das Verharren, die absolute Stille.
Dann – eine Bewegung, so schnell und lautlos wie fallender Schnee.
Der Hirsch sank, noch bevor er den Jäger bemerkt hatte.
Auron stand wie versteinert.
Was er soeben gesehen hatte, war keine Jagd.
Es war Perfektion.
Der Panther wandte sich ihm erneut zu. Kein Knurren, kein Fauchen – nur ein Blick, der so deutlich sprach wie Worte:
„Bewege dich wie die Nacht – und der Tod wird dir folgen.“
Auron verneigte sich tief.
Und als der Panther schließlich in der Dunkelheit verschmolz und verschwand, wusste Auron:
Er hatte den ersten Schritt getan, um selbst ein Schatten zu werden.