von Coragor » 04 Aug 2026, 19:47
In den vergessenen Katakomben, dort wo weder Sonnenlicht noch Hoffnung jemals ihren Weg fanden, lag ein Heer aus Knochen, schweigend und reglos. Zwischen zahllosen Skeletten befand sich eines, das sich in nichts von den anderen unterschied. Kein Name schmückte seine Existenz, keine Erinnerung an ein vergangenes Leben wohnte in seinem Schädel. Es war lediglich ein Werkzeug des Todes.
Als kalte nekromantische Magie die Gruft durchströmte, regten sich die Knochen. Einer nach dem anderen erhoben sich die Krieger, griffen nach rostigen Schwertern und rissigen Schilden. Auch dieses Skelett folgte dem Ruf. Ohne Zögern, ohne Fragen.
Wochen und Monate vergingen in endlosen Märschen und Gefechten. Die Untoten kannten weder Müdigkeit noch Schmerz. Sie kämpften gegen Räuber, fanatische Priester und Abenteurer, die glaubten, das Böse aus den Katakomben vertreiben zu können. Für das Skelett war jeder Kampf derselbe. Ein Hieb. Ein Schritt. Ein weiterer Feind, der fiel.
Doch eines Tages geschah etwas Merkwürdiges.
Ein sterbender Paladin blickte ihm direkt in die leeren Augenhöhlen. Anstatt Hass zeigte sein Gesicht Mitleid. Mit letzter Kraft flüsterte er: »Auch du warst einst ein Mensch.«
Die Worte hallten in der Leere seines Geistes nach.
Zum ersten Mal stockte seine Bewegung. Nur für den Bruchteil eines Augenblicks. Gerade lang genug, dass ein anderer Untoter den tödlichen Schlag ausführte.
Seit diesem Tag kehrte der Satz immer wieder zurück. War er wirklich einst jemand gewesen? Hatte diese knöcherne Gestalt einst geatmet, gelacht oder geliebt?Antworten gab es nicht.
Mit jeder Schlacht beobachtete das Skelett die Lebenden genauer. Es sah Angst, Mut, Trauer und Entschlossenheit. Gefühle, die ihm fremd waren und doch etwas in seinem Inneren bewegten – etwas, das längst hätte tot sein müssen.
Der Nekromant bemerkte die Veränderung. Seine Befehle wurden schärfer, seine Magie stärker. Dennoch verschwand der fremde Gedanke nicht mehr. Aus einem willenlosen Werkzeug wurde langsam ein Wesen, das begann, Fragen zu stellen.
Nach einer besonders blutigen Schlacht erhielt das Heer den Befehl, die Gefallenen einzusammeln. Zwischen zerbrochenen Rüstungen fand das Skelett ein altes Amulett.
Als seine knöchernen Finger es berührten, flackerte eine verschwommene Erinnerung auf: eine Hand, die ihm einst dasselbe Amulett um den Hals gelegt hatte, begleitet von einer warmen Stimme, deren Worte längst verloren waren.
Die Vision verging augenblicklich.
Anstatt das Amulett abzugeben, verbarg das Skelett es heimlich unter den Resten seiner Rüstung. Es wusste nicht warum. Es wusste nur, dass es sich richtig anfühlte.
Von diesem Tag an trug es etwas, das kein anderer Untoter besaß: einen Funken eigenen Willens.
Noch kannte niemand seinen Namen.
Doch schon bald würde die Welt den Namen Coragor fürchten.
In den vergessenen Katakomben, dort wo weder Sonnenlicht noch Hoffnung jemals ihren Weg fanden, lag ein Heer aus Knochen, schweigend und reglos. Zwischen zahllosen Skeletten befand sich eines, das sich in nichts von den anderen unterschied. Kein Name schmückte seine Existenz, keine Erinnerung an ein vergangenes Leben wohnte in seinem Schädel. Es war lediglich ein Werkzeug des Todes.
Als kalte nekromantische Magie die Gruft durchströmte, regten sich die Knochen. Einer nach dem anderen erhoben sich die Krieger, griffen nach rostigen Schwertern und rissigen Schilden. Auch dieses Skelett folgte dem Ruf. Ohne Zögern, ohne Fragen.
Wochen und Monate vergingen in endlosen Märschen und Gefechten. Die Untoten kannten weder Müdigkeit noch Schmerz. Sie kämpften gegen Räuber, fanatische Priester und Abenteurer, die glaubten, das Böse aus den Katakomben vertreiben zu können. Für das Skelett war jeder Kampf derselbe. Ein Hieb. Ein Schritt. Ein weiterer Feind, der fiel.
Doch eines Tages geschah etwas Merkwürdiges.
Ein sterbender Paladin blickte ihm direkt in die leeren Augenhöhlen. Anstatt Hass zeigte sein Gesicht Mitleid. Mit letzter Kraft flüsterte er: »Auch du warst einst ein Mensch.«
Die Worte hallten in der Leere seines Geistes nach.
Zum ersten Mal stockte seine Bewegung. Nur für den Bruchteil eines Augenblicks. Gerade lang genug, dass ein anderer Untoter den tödlichen Schlag ausführte.
Seit diesem Tag kehrte der Satz immer wieder zurück. War er wirklich einst jemand gewesen? Hatte diese knöcherne Gestalt einst geatmet, gelacht oder geliebt?Antworten gab es nicht.
Mit jeder Schlacht beobachtete das Skelett die Lebenden genauer. Es sah Angst, Mut, Trauer und Entschlossenheit. Gefühle, die ihm fremd waren und doch etwas in seinem Inneren bewegten – etwas, das längst hätte tot sein müssen.
Der Nekromant bemerkte die Veränderung. Seine Befehle wurden schärfer, seine Magie stärker. Dennoch verschwand der fremde Gedanke nicht mehr. Aus einem willenlosen Werkzeug wurde langsam ein Wesen, das begann, Fragen zu stellen.
Nach einer besonders blutigen Schlacht erhielt das Heer den Befehl, die Gefallenen einzusammeln. Zwischen zerbrochenen Rüstungen fand das Skelett ein altes Amulett.
Als seine knöchernen Finger es berührten, flackerte eine verschwommene Erinnerung auf: eine Hand, die ihm einst dasselbe Amulett um den Hals gelegt hatte, begleitet von einer warmen Stimme, deren Worte längst verloren waren.
Die Vision verging augenblicklich.
Anstatt das Amulett abzugeben, verbarg das Skelett es heimlich unter den Resten seiner Rüstung. Es wusste nicht warum. Es wusste nur, dass es sich richtig anfühlte.
Von diesem Tag an trug es etwas, das kein anderer Untoter besaß: einen Funken eigenen Willens.
Noch kannte niemand seinen Namen.
Doch schon bald würde die Welt den Namen Coragor fürchten.