Ein Brief an Gräfin Schwarztann

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gelöschter Charakter_434
Beiträge: 103
Registriert: 07 Mai 2025, 10:46

Ein Brief an Gräfin Schwarztann

Beitrag von gelöschter Charakter_434 »

Gräfin von Schwarztann,

es ist mir ein Bedürfnis, Euch meine Anerkennung für die Geschwindigkeit und Entschlossenheit auszusprechen, mit der Ihr nach dem Tod Leuemund von Wolfenreichs gehandelt habt, denn Zögern ist der wahre Feind jeder Ordnung, und Unentschlossenheit hat schon mehr Reiche geschwächt als jede offene Rebellion.

Dennoch erlaube ich mir, eine Klarstellung vorzunehmen, die weder Verteidigung noch Bitte darstellt, sondern eine nüchterne Feststellung: Ich habe diesen Mord nicht veranlasst, nicht ausgeführt und nicht davon profitiert. Wäre dies anders, so hätte mein Handeln eine andere Form angenommen, eine offenere, eine deutlichere, und gewiss keine, die mir politisch schadet und meine Position destabilisiert.

Ich gehe davon aus, dass Ihr, ebenso wie ich, nicht an Zufälle glaubt, insbesondere dann nicht, wenn sie einem bestimmten Kreis mehr nützen als allen anderen. Wolfenreich ist durch diesen Tod in Bewegung geraten, und Bewegung erzeugt stets Chancen, vor allem für jene, die vorbereitet sind.

Ich lege Euch nahe, bei Euren Betrachtungen nicht nur nach außen zu blicken, sondern auch nach innen, denn nicht jeder Dolch kommt aus der Dunkelheit, manche werden im Licht geschärft.

Ky’Alur
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Bareti
Beiträge: 57
Registriert: 07 Mai 2025, 10:46
Wohnort: Moonglow

Re: Ein Brief an Gräfin Schwarztann

Beitrag von Bareti »

Folgendes Schreiben ergeht kurz danach an die Gräfin Cornelia von Schwarztann, derzeit zu Britain.
Hochwohlgeborene Gräfin von Schwarztann,

in meiner Eigenschaft als Gelehrte und Beobachterin der jüngsten Vorgänge sehe ich mich veranlasst, Ihnen eine sachliche Einschätzung zu den Vorfällen zu Britain zu übermitteln, deren Nachhall inzwischen auch Moonglow erreicht hat. Die Berichte über das Geschehen sind mir bekannt, ebenso die daraus abgeleitete Entscheidung, Angehörige der Drow pauschal als vogelfrei zu betrachten.

Gerade wegen der Schwere dieser Maßnahme erscheint es mir geboten, bestehende Zweifel klar zu benennen. In den vergangenen Wochen hatte ich mehrfach Gelegenheit zu direkten Begegnungen mit Drow, sowohl im Rahmen formeller Gespräche als auch in alltäglichen Situationen. Dabei zeigte sich ein Bild, das gewiss von Eigenheiten, Vorsicht und berechtigtem Misstrauen geprägt ist, jedoch nicht von blindem oder öffentlich zur Schau gestelltem Mordwillen. Ein derart feiger Mord in aller Öffentlichkeit erscheint mir nach Abwägung aller mir zugänglichen Eindrücke als äußerst unwahrscheinlich.

Ergänzend dazu hielten sich in meiner Taverne mehrere Augenzeugen auf, die unmittelbar mit den Vorgängen in Britain in Berührung gekommen waren. Ihre übereinstimmenden Schilderungen lassen erhebliche Zweifel an Ablauf, Motivlage und Zuschreibung der Verantwortung erkennen. Zwar ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Drow durch ihr Auftreten und Handeln einen Affront verursachten, doch erscheint es zumindest denkbar, dass dieser von Dritten gezielt aufgegriffen und für eigene Zwecke genutzt wurde. Keine der Aussagen vermochte die vorgebrachten Vorwürfe eindeutig zu stützen; vielmehr offenbarten sich Lücken und Widersprüche, die einer sorgfältigen Nachprüfung bedürfen.

Auch das jüngste Verhalten der Drow auf Moonglow steht in einem bemerkenswerten Kontrast zu dem derzeit verbreiteten Bild. Mir liegen übereinstimmende Berichte vor, wonach sie hungernden Flüchtlingen wiederholt selbstlos Hilfe leisteten. Ich kann in Teilen aus eigener Anschauung sprechen, da ich selbst an einer dieser Speisungen hungernder Flüchtlinge mitgewirkt habe. Die Hilfe erfolgte wiederholt und ohne erkennbare Gegenleistung. 

Darüber hinaus berichteten Fischer unabhängig voneinander, dass einzelnen dieser Menschen, offenbar jenen, die besonders unter der Not zu leiden hatten, zeitweilig Obhut in drowischen Häusern gewährt wurde, um sie vor Kälte und weiterem Leid zu schützen. Auch diese Umstände sind dokumentierbar und widersprechen der Annahme einer uneingeschränkt grausamen oder unkontrollierten Handlungsweise.

Ergänzend sei vermerkt, dass einer der Köche, der an zumindest einer dieser Speisungen beteiligt war, meinen Informationen nach derzeit in Gewahrsam der Garde steht. Verhaftet ohne das er auch nur zur Zeit des feigen Mordes in Britain verweilte.

Vor diesem Hintergrund rege ich nachdrücklich an, die vorhandenen Berichte erneut zu prüfen und ihre Entstehung sowie Quellenlage kritisch zu hinterfragen. Angesichts der Tragweite der erhobenen Vorwürfe und der daraus resultierenden Maßnahmen sollte sichergestellt werden, dass alle Darstellungen mit größtmöglicher Sorgfalt, Unvoreingenommenheit und Vollständigkeit zusammengetragen wurden.

Hochachtungsvoll

Bareti
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- Bareti, Wirtin der Taverne
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