Dinge [Sternenfall Britain]
Verfasst: 18 Nov 2025, 17:06
Die Dinge in Britain hatten sich nicht zum Guten entwickelt.
Von der Königin und dem Grafen fehlte jede Spur. König Melan, König Lamarit, Königin Laienne de Corridre, selbst dieser Reichskanzler Adersin oder seine Heiligkeit Duranges - sie alle wären in dieser düsteren Stunde bereits auf den Plan getreten. Stattdessen…Stille…Untätigkeit.
Er hatte die Vermischung des Seins der verschiedenen Ebenen akzeptiert, war angesichts des Ausmaßes der Fluchtbewegung wieder der Garde beigetreten und vorrübergehend von alten Mitstreitern in seinen alten Rang eingesetzt worden. Nun stand er inmitten dieses Wahnsinns. Hände wurden gebraucht.
Viele Orte waren gefallen, darunter auch Skara Brae. Kaum ein Ort sonst war so etwas wie eine Heimat gewesen - nicht nur für ihn, sondern auch für die Gemeinschaft. Es war fort…oder was auch immer passiert sein mag. Flüchtlinge berichteten von Dingen. Sterne, die vom Himmel fielen, oder noch mehr? Dinge, die wild gebrabbelt, mal ruhig und mal schluchzend, mit langen Fäden aus der Nase und Tränen aus den Augen erzählt wurden. Dinge eben. Menschen aus anderen Orten berichteten Ähnliches teilweise Konkretes, teilweise Unkonkretes. Sogar eine ganze Gruppe von Flüchtlingen wurde weit außerhalb Britains ermordet, von Orks erzählt man sich. Es gab nicht genug Gardisten, um die Wege zu sichern.
Die Garde tat ihr Möglichstes, um die Flüchtlinge an verschiedenen Orten zu verteilen und unterzubringen, aber es waren einfach nicht genügend Plätze und Ressourcen vorhanden, sodass auch die Garde rasch an ihre Grenzen kam. Kaimond war erschöpft. Noch immer nagte der Zyklus seines eigenen Todes an ihm, aber Notwendigkeiten schafften manchmal neue Kräfte. Vielleicht zehrten sie aber auch das letzte bisschen Sein aus ihm. Das würde die Zeit zeigen.
Er verrichtete gerade seinen Dienst auf der Brücke der Stadt und wies einigen Menschen den Weg in Richtung der Kathedrale, als Meldungen über ungewöhnliche Tieraktivitäten im Nordosten von Britain über einige Rekruten eingingen. Kurz darauf wurden Wesenheiten von schattiger Gestalt gesichtet. Sein Platz war jedoch hier. Die anderen Gardisten würden sich darum kümmern. Jeder hatte seinen Platz und seine Aufgabe.
Nach einer Weile wurde berichtet, dass diese Wesenheiten von einer Melange aus wackeren Streitern zurückgeschlagen worden zu sein scheinen. Wie gut, dass jene dort waren! Kaimond war deutlich erleichtert. Das könnte bedeuten, dass weitere Städte bestehen.
Am Abend machte er sich auf den Rückweg zum Hauptquartier der Garde. Einige Gardisten standen zusammen und erzählten sich Geschichten über jene Streiter und jenen Kampf. Selbst Diener Malions schienen sich unter jene gesellt zu haben. Kaimond lauschte den Erzählungen für eine Weile und sein Blick verfinsterte sich mit jeder Sekunde in der er die Gardisten positiv über diese sprechen hörte. Kaimond nickte einigen der alten Gardisten zu, die gleichzeitig ihre Schwerter zogen und jene festsetzten, die allzu positiv sprachen. Sie wurden in den Kerker verbracht.
Nun verhaftete er schon seine eigenen Kameraden. Kaimond schaute mit müdem Blick auf seine eigenen Hände und dann hinaus aus dem Fenster auf die Stadt Es mussten Dinge getan werden, doch er war nicht der Richtige für derlei Aufgaben. Dies war nicht die Aufgabe eines niederen Dieners, sondern vielmehr die größerer Männer und Frauen als seiner Wenigkeit. Wie sollte er…?
Ahmeds Stimme, ruhig und stet, brandete in seinem Geist auf:
„Konzentration Kaimond, Konzentration! Hab Vertrauen!“
Er nickte und nahm die Feder zur Hand. Nie war er mit seiner Schrift zufrieden, aber es war auch einerlei. Der Inhalt zählte. Das Schreiben erging an jene, die seiner Erinnerung nach in Britain einst ansässig waren: die Gilde der Germanen, die Jäger der Schatten, die Hüter des Lichts und die Ordensritter Tyraels. Ein junger Rekrut schaute über Kaimonds Schulter hinweg und unterbrach ihn kurz, um ihm mitzuteilen, dass die Paladine des Mondes in einem Kloster oder Ähnlichem außerhalb Britains untergekommen waren. Irritation flackerte über Kaimonds Gesicht, und er ging davon aus, dass auch Yew einem grimmen Schicksal zum Opfer gefallen war. Auch schien der Paladin Kazhar Rontre von den Gefährten des Adlers im Adelsviertel untergekommen zu sein. So erging das Schreiben auch an die Paladine des Mondes und an Kazhar Rontre für die Gefährten des Adlers.
Schreiben an die Lichtgilden
Wie der Zufall es wollte, traf just in diesem Moment Pater Morticah Brings ein. Kaimond wollte, dass er die Zügel in die Hand nahm, aber er weigerte sich, da er sich eher in der Heilkunde als in der Führung sah. Er sagte jedoch etwas sehr Richtiges:
„Wir werden mehr Nahrung benötigen. Nahrung, Wasser und Unterkünfte. Die Menschen schlafen bisweilen in der Kathedrale, aber diese ist überfüllt. Einige Menschen haben die Flüchtlinge in ihre Häuser gelassen, aber viele haben auch Angst. Vielleicht benötigen wir hier mehr Unterstützung?“
Kaimond seufzte und nickte. Er kannte den Bund von Minoc, aber jene waren zu weit entfernt und die Berichte aus Minoc waren ebenfalls düster. Ob sein Bruder…? Er schob den Gedanken beiseite und konzentrierte sich erneut. Es gab jedoch eine Vereinigung hier, die über Ressourcen und Handwerkskunst zu verfügen zu schien. Er setzte ein weiteres Schreiben auf, dieses Mal an das Blackrocksyndikat.
Schreiben an das Blackrocksyndikat
Er würde Auriel berichten, allerdings hatte er ihn seit seiner Rückkehr nach Britain und dem Wiedereintritt in die Garde noch nicht einmal gesehen. Sein Name war hier und dort aufgetaucht, aber es war noch zu keinem Treffen gekommen. Kaimond gab dem Rekruten die Briefe in die Hand und wies ihn an, sich drei weitere Rekruten zu suchen. Im Zweifelsfall sollte er an Türen klopfen, um die Mitglieder der jeweiligen Gemeinschaften zu finden.
Kaimond ging in Richtung der Gardequartiere. Überall lagen Gardisten auf dem Boden verstreut, schlafend, dösend oder einfach nur ruhend. Er legte die Rüstung ab. Sie war schwer geworden. Ein Bad wäre gut gewesen, aber daran war nicht zu denken. Er schaute sich um und sein Blick fiel auf einen Aushang für einen Hauptmann der Garde. Wieder blitzte Irritation auf. Sie suchten einen Hauptmann der Garde, fernab von jenen, die täglich…? Er unterbrach seinen Gedanken und schalt sich selbst für seinen inneren Monolog. Es gab nur eine Person für diesen Posten auch wenn er ihn bis jetzt nicht gesehen hatte. Ein weiteres bleischweres Seufzen entwich seinen Lippen, er drehte sich um, nahm seinen vorherigen Platz ein und begann ein weiteres Schreiben.
Schreiben an Florian Weißhabicht
Er legte den Federkiel beiseite und erteilte einem der anderen Korporale eine letzte Anweisung:
„Wir benötigen Späher, die die Situation auskundschaften. Gibt es Freiwillige? Lasst die Umlande auskundschaften und schaut, ob und welche Wege blockiert sind. Haltet ebenfalls Ausschau danach, ob weitere Wesenheiten auftauchen.“
Er machte eine kurze Pause und korrigierte sich dann.
„Wir sollten damit warten und sehen, ob die Diener des Lichts einkehren und die Ungewissheit für uns erhellen mögen. Einige von ihnen werden sich sicherlich anschließen wollen.“
Kaimond stand auf, setzte sich einfach in eine Ecke des Raumes und lehnte Rücken und Kopf gegen die Wand. Er brauchte Schlaf. Seine Gedanken schweiften ab, als die Spiegelscherben aufklirrten und seinen Geist dissonant durchstoben. Wie mochte es wohl Aetherium ergehen? Er hatte eine grimme Warnung ausgegeben, sollten weitere Sterne fallen. Wo bist du, mein Freund?
Kurz darauf erschien das Gesicht Ancanagars vor seinem inneren Auge. Wo war sie wohl? Wenn ihr etwas zugestoßen wäre, hätte er es gespürt, da war er sich sicher.
Ein letzter Gedanke versuchte sich zu formen, dann war der Geist fort. Endlich…Schlaf.
Von der Königin und dem Grafen fehlte jede Spur. König Melan, König Lamarit, Königin Laienne de Corridre, selbst dieser Reichskanzler Adersin oder seine Heiligkeit Duranges - sie alle wären in dieser düsteren Stunde bereits auf den Plan getreten. Stattdessen…Stille…Untätigkeit.
Er hatte die Vermischung des Seins der verschiedenen Ebenen akzeptiert, war angesichts des Ausmaßes der Fluchtbewegung wieder der Garde beigetreten und vorrübergehend von alten Mitstreitern in seinen alten Rang eingesetzt worden. Nun stand er inmitten dieses Wahnsinns. Hände wurden gebraucht.
Viele Orte waren gefallen, darunter auch Skara Brae. Kaum ein Ort sonst war so etwas wie eine Heimat gewesen - nicht nur für ihn, sondern auch für die Gemeinschaft. Es war fort…oder was auch immer passiert sein mag. Flüchtlinge berichteten von Dingen. Sterne, die vom Himmel fielen, oder noch mehr? Dinge, die wild gebrabbelt, mal ruhig und mal schluchzend, mit langen Fäden aus der Nase und Tränen aus den Augen erzählt wurden. Dinge eben. Menschen aus anderen Orten berichteten Ähnliches teilweise Konkretes, teilweise Unkonkretes. Sogar eine ganze Gruppe von Flüchtlingen wurde weit außerhalb Britains ermordet, von Orks erzählt man sich. Es gab nicht genug Gardisten, um die Wege zu sichern.
Die Garde tat ihr Möglichstes, um die Flüchtlinge an verschiedenen Orten zu verteilen und unterzubringen, aber es waren einfach nicht genügend Plätze und Ressourcen vorhanden, sodass auch die Garde rasch an ihre Grenzen kam. Kaimond war erschöpft. Noch immer nagte der Zyklus seines eigenen Todes an ihm, aber Notwendigkeiten schafften manchmal neue Kräfte. Vielleicht zehrten sie aber auch das letzte bisschen Sein aus ihm. Das würde die Zeit zeigen.
Er verrichtete gerade seinen Dienst auf der Brücke der Stadt und wies einigen Menschen den Weg in Richtung der Kathedrale, als Meldungen über ungewöhnliche Tieraktivitäten im Nordosten von Britain über einige Rekruten eingingen. Kurz darauf wurden Wesenheiten von schattiger Gestalt gesichtet. Sein Platz war jedoch hier. Die anderen Gardisten würden sich darum kümmern. Jeder hatte seinen Platz und seine Aufgabe.
Nach einer Weile wurde berichtet, dass diese Wesenheiten von einer Melange aus wackeren Streitern zurückgeschlagen worden zu sein scheinen. Wie gut, dass jene dort waren! Kaimond war deutlich erleichtert. Das könnte bedeuten, dass weitere Städte bestehen.
Am Abend machte er sich auf den Rückweg zum Hauptquartier der Garde. Einige Gardisten standen zusammen und erzählten sich Geschichten über jene Streiter und jenen Kampf. Selbst Diener Malions schienen sich unter jene gesellt zu haben. Kaimond lauschte den Erzählungen für eine Weile und sein Blick verfinsterte sich mit jeder Sekunde in der er die Gardisten positiv über diese sprechen hörte. Kaimond nickte einigen der alten Gardisten zu, die gleichzeitig ihre Schwerter zogen und jene festsetzten, die allzu positiv sprachen. Sie wurden in den Kerker verbracht.
Nun verhaftete er schon seine eigenen Kameraden. Kaimond schaute mit müdem Blick auf seine eigenen Hände und dann hinaus aus dem Fenster auf die Stadt Es mussten Dinge getan werden, doch er war nicht der Richtige für derlei Aufgaben. Dies war nicht die Aufgabe eines niederen Dieners, sondern vielmehr die größerer Männer und Frauen als seiner Wenigkeit. Wie sollte er…?
Ahmeds Stimme, ruhig und stet, brandete in seinem Geist auf:
„Konzentration Kaimond, Konzentration! Hab Vertrauen!“
Er nickte und nahm die Feder zur Hand. Nie war er mit seiner Schrift zufrieden, aber es war auch einerlei. Der Inhalt zählte. Das Schreiben erging an jene, die seiner Erinnerung nach in Britain einst ansässig waren: die Gilde der Germanen, die Jäger der Schatten, die Hüter des Lichts und die Ordensritter Tyraels. Ein junger Rekrut schaute über Kaimonds Schulter hinweg und unterbrach ihn kurz, um ihm mitzuteilen, dass die Paladine des Mondes in einem Kloster oder Ähnlichem außerhalb Britains untergekommen waren. Irritation flackerte über Kaimonds Gesicht, und er ging davon aus, dass auch Yew einem grimmen Schicksal zum Opfer gefallen war. Auch schien der Paladin Kazhar Rontre von den Gefährten des Adlers im Adelsviertel untergekommen zu sein. So erging das Schreiben auch an die Paladine des Mondes und an Kazhar Rontre für die Gefährten des Adlers.
Schreiben an die Lichtgilden
Wie der Zufall es wollte, traf just in diesem Moment Pater Morticah Brings ein. Kaimond wollte, dass er die Zügel in die Hand nahm, aber er weigerte sich, da er sich eher in der Heilkunde als in der Führung sah. Er sagte jedoch etwas sehr Richtiges:
„Wir werden mehr Nahrung benötigen. Nahrung, Wasser und Unterkünfte. Die Menschen schlafen bisweilen in der Kathedrale, aber diese ist überfüllt. Einige Menschen haben die Flüchtlinge in ihre Häuser gelassen, aber viele haben auch Angst. Vielleicht benötigen wir hier mehr Unterstützung?“
Kaimond seufzte und nickte. Er kannte den Bund von Minoc, aber jene waren zu weit entfernt und die Berichte aus Minoc waren ebenfalls düster. Ob sein Bruder…? Er schob den Gedanken beiseite und konzentrierte sich erneut. Es gab jedoch eine Vereinigung hier, die über Ressourcen und Handwerkskunst zu verfügen zu schien. Er setzte ein weiteres Schreiben auf, dieses Mal an das Blackrocksyndikat.
Schreiben an das Blackrocksyndikat
Er würde Auriel berichten, allerdings hatte er ihn seit seiner Rückkehr nach Britain und dem Wiedereintritt in die Garde noch nicht einmal gesehen. Sein Name war hier und dort aufgetaucht, aber es war noch zu keinem Treffen gekommen. Kaimond gab dem Rekruten die Briefe in die Hand und wies ihn an, sich drei weitere Rekruten zu suchen. Im Zweifelsfall sollte er an Türen klopfen, um die Mitglieder der jeweiligen Gemeinschaften zu finden.
Kaimond ging in Richtung der Gardequartiere. Überall lagen Gardisten auf dem Boden verstreut, schlafend, dösend oder einfach nur ruhend. Er legte die Rüstung ab. Sie war schwer geworden. Ein Bad wäre gut gewesen, aber daran war nicht zu denken. Er schaute sich um und sein Blick fiel auf einen Aushang für einen Hauptmann der Garde. Wieder blitzte Irritation auf. Sie suchten einen Hauptmann der Garde, fernab von jenen, die täglich…? Er unterbrach seinen Gedanken und schalt sich selbst für seinen inneren Monolog. Es gab nur eine Person für diesen Posten auch wenn er ihn bis jetzt nicht gesehen hatte. Ein weiteres bleischweres Seufzen entwich seinen Lippen, er drehte sich um, nahm seinen vorherigen Platz ein und begann ein weiteres Schreiben.
Schreiben an Florian Weißhabicht
Er legte den Federkiel beiseite und erteilte einem der anderen Korporale eine letzte Anweisung:
„Wir benötigen Späher, die die Situation auskundschaften. Gibt es Freiwillige? Lasst die Umlande auskundschaften und schaut, ob und welche Wege blockiert sind. Haltet ebenfalls Ausschau danach, ob weitere Wesenheiten auftauchen.“
Er machte eine kurze Pause und korrigierte sich dann.
„Wir sollten damit warten und sehen, ob die Diener des Lichts einkehren und die Ungewissheit für uns erhellen mögen. Einige von ihnen werden sich sicherlich anschließen wollen.“
Kaimond stand auf, setzte sich einfach in eine Ecke des Raumes und lehnte Rücken und Kopf gegen die Wand. Er brauchte Schlaf. Seine Gedanken schweiften ab, als die Spiegelscherben aufklirrten und seinen Geist dissonant durchstoben. Wie mochte es wohl Aetherium ergehen? Er hatte eine grimme Warnung ausgegeben, sollten weitere Sterne fallen. Wo bist du, mein Freund?
Kurz darauf erschien das Gesicht Ancanagars vor seinem inneren Auge. Wo war sie wohl? Wenn ihr etwas zugestoßen wäre, hätte er es gespürt, da war er sich sicher.
Ein letzter Gedanke versuchte sich zu formen, dann war der Geist fort. Endlich…Schlaf.

