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Rillifane Rallathil

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Beiname

  • Der Große Eichbaum

Ausrichtung

Natur und Bewahrung


Herkunft und Geschichte

Die Waldelfen beschreiben Rillifane nur selten in einer menschenähnlichen Gestalt. In ihren ältesten Erzählungen erscheint er als gewaltiger, von grünem Licht erfüllter Eichbaum. Seine Wurzeln reichen durch die Erde und berühren alles, was aus ihr wächst. Seine Äste tragen das Leben dem Himmel entgegen, und im Rauschen seiner Blätter klingen die Stimmen vergangener wie kommender Jahreszeiten.

Ob Rillifane den ersten Wald pflanzte oder erst mit ihm erwachte, ist Teil unterschiedlicher Überlieferungen. Für seine Gläubigen besitzt diese Frage wenig Bedeutung. Gott und Wald sind nicht voneinander zu trennen. Rillifane steht nicht außerhalb der Natur und herrscht über sie wie ein König über sein Land. Er verkörpert das Geflecht aus Wachstum, Vergehen und neuem Leben, das den Wald zu mehr macht als einer Ansammlung einzelner Pflanzen und Tiere.

Auf Schattenwelt gilt Rillifane als eigenständiger Gott der Waldelfen. Er ist kein Diener Corellons und kein Mitglied eines größeren elfischen Götterapparates. Lichtelfen und Waldelfen können einander achten und gemeinsame Ursprünge anerkennen, ohne deshalb denselben Glaubensweg zu beschreiten. Corellon steht für die schöpferische Freiheit des elfischen Geistes; Rillifane für die Einordnung des Einzelnen in ein lebendiges Ganzes.

Andere Naturwesen mögen in Geschichten als Hüter eines Hains, Stimmen eines Flusses oder Prüfende des Waldes auftreten. Sie besitzen auf Schattenwelt jedoch keinen eigenständigen göttlichen Kult. Solche Gestalten können den Willen Rillifanes deuten oder im Rahmen einer Quest erscheinen, stellen aber keine zusätzlichen Gottheiten dar, denen Spieler folgen können.


Profil

Rillifane steht für Natur, Wachstum, Gleichgewicht, Geduld und den Schutz des Lebens. Dabei ist sein Glaube weder sanft noch romantisch. Die Natur kennt Geburt und Heilung, aber ebenso Hunger, Krankheit, Sturm, Feuer und Tod. Ein Raubtier handelt nicht böse, wenn es Beute schlägt, und ein alter Baum begeht kein Unrecht, wenn er fällt und im Vergehen neues Leben nährt.

Seine Anhänger sollen deshalb nicht jedes einzelne Leben um jeden Preis erhalten. Sie schützen das Gleichgewicht, in dem Leben fortbestehen kann. Ein krankes Tier darf erlöst, ein Baum gefällt und Wild gejagt werden. Entscheidend ist, ob dies aus Notwendigkeit und mit Achtung geschieht oder aus Gier, Bequemlichkeit und Freude an der Zerstörung.

Nehmen und Geben gehören für Rillifane zusammen. Wer Holz schlägt, soll den Wald nicht verwüsten. Wer jagt, soll kein Tier verschwenden. Wer Kräuter sammelt, soll genug zurücklassen, damit sie erneut wachsen können. Diese Regeln sind keine kleinliche Buchhaltung, sondern Ausdruck eines Bewusstseins: Kein Gläubiger lebt allein aus eigener Kraft. Nahrung, Schutz, Werkzeuge und selbst der Atem werden ihm durch ein Geflecht ermöglicht, zu dem er etwas zurückgeben muss.

Rillifane wird oft als geduldig beschrieben. Seine Geduld darf jedoch nicht mit Gleichgültigkeit verwechselt werden. Ein Wald wächst langsam, doch wenn Feuer, Verderbnis oder maßlose Ausbeutung sein Fortbestehen bedrohen, können seine Verteidiger unerbittlich handeln. Ein Anhänger Rillifanes muss nicht jedem Eindringling feindlich begegnen. Er soll jedoch erkennen, wann Nachsicht nur weitere Zerstörung ermöglicht.

Auch Veränderung ist kein Feind des Glaubens. Wälder wandeln sich, Lichtungen entstehen, Flüsse suchen neue Wege und Arten kommen oder verschwinden. Bewahrung bedeutet nicht, einen einzigen Zustand für alle Zeiten einzufrieren. Geschützt werden sollen die natürlichen Zusammenhänge und die Fähigkeit des Lebens, sich zu erneuern.

Unter Rillifanes Gläubigen finden sich nicht nur Druiden oder Waldläufer. Jäger, Heiler, Handwerker, Krieger, Sammler, Kundschafter und sesshafte Waldelfen können ihm gleichermaßen folgen. Selbst wer fern des Waldes lebt, kann seinen Glauben bewahren, solange er die Verbundenheit allen Lebens achtet und entsprechend handelt.


Kult

Im Glauben an Rillifane sind heilige Orte häufig natürliche Plätze: alte Bäume, Quellen, Lichtungen oder Stellen, an denen sich das Leben nach einer Katastrophe erneuert hat. Ein kunstvoll errichteter Tempel ist nicht grundsätzlich verwerflich, doch kein Bauwerk wird heiliger als das Leben, dem es dienen soll.

Gebete werden oft mit einer Handlung verbunden. Samen werden ausgebracht, verletzte Tiere versorgt, verschmutzte Gewässer gereinigt oder Jagdbeute vollständig verwertet. Stille besitzt im Kult einen hohen Wert. Wer den Wald ständig mit der eigenen Stimme füllt, kann schwer hören, was sich außerhalb seiner selbst verändert.

Rillifanes Anhänger dürfen jagen, Holz verwenden und sich gegen Tiere oder andere Wesen verteidigen. Der Glaube verlangt keine lebensfremde Reinheit. Er verlangt Maß. Eine notwendige Tötung ist etwas anderes als sinnlose Grausamkeit; ein sorgfältig versorgtes Feuer etwas anderes als eine achtlos gelegte Flamme; eine Siedlung im Wald etwas anderes als dessen rücksichtslose Unterwerfung.

Die schwierigsten Entscheidungen entstehen dort, wo verschiedene Formen des Lebens miteinander in Konflikt geraten. Darf ein Teil des Waldes gerodet werden, um eine hungernde Gemeinschaft zu ernähren? Wann wird ein Raubtier zur Gefahr, gegen die gehandelt werden muss? Wie lange darf man auf Einsicht hoffen, bevor ein Zerstörer aufgehalten wird? Rillifanes Lehre gibt darauf keine überall gültige Antwort. Sie verlangt Beobachtung, Geduld und die Bereitschaft, nicht nur den unmittelbaren Nutzen zu betrachten.

Wer Rillifane folgt, entscheidet sich für einen Glauben an Verbundenheit. Der Einzelne ist bedeutsam, aber niemals losgelöst vom Ganzen. Seine Bedürfnisse dürfen Raum haben, doch nicht so viel, dass neben ihnen nichts anderes mehr wachsen kann.